Schließen

13. Dezember 2018   |   Newsletter   |   Wetter   |   Partner

„Aus 538 Rebstöcken gewinnen wir 500 Flaschen Wein.“

Mönchsbergwein Paris Lodron Zwinger

Irgendwie hatten wir im Hinterkopf, dass in Salzburg schon einmal Weinbau betrieben worden ist. Über zahlreiche Umwege und mit Hilfe von Katharina Tinnacher vom Weingut Lackner Tinnacher kamen wir dem Paris-Lodron-Zwinger Weingarten Projekt dann endlich auf die Fährte: Rüdiger Schobesberger, Beamter des Salzburger Hochbauamtes, hatte entdeckt, dass bereits Erzbischof Paris Lodron vor 350 Jahren auf dem Mönchsberg einen Weingarten hatte. Er war es, der die Stadt Salzburg und die Pfadfinder davon überzeugte, den Garten wiederzubeleben. 2008 wurde die Rebsorte Frührote Veltliner bepflanzt, zum ersten Mal geerntet, vinifiziert und nach ihrer Herkunft „Paris Lodroner Zwinger“ getauft wurde sie 2010. Der Garten ist von einem bis zu 20 Meter hohem historischem Gemäuer umgeben. Dieses ist wohl verantwortlich für das Wort „Zwinger“ im Namen und sorgt außerdem für ein zwei Grad höheres Klima als in der direkten Umgebung. Ausgebildet und betreut werden die "Weingartenarbeiter" von Winzer Martin Mittelbach aus Unterloiben im Burgenland, er übernimmt zudem die Vinifizierung. Nach dem Abfüllen kommt der Wein wieder nach Salzburg, wo er verteilt bzw. verkauft wird (zum Beispiel im Feinkost Kölbl, Theatergasse 2 in Salzburg). Gehegt und gepflegt wird der Weingarten mit seinen 538 Reben jeden Dienstag von den Pfadfindern. Einer von ihnen ist Josef Giretzlehner. Er und eine kleine Traube von tüchtigen Helfern haben sich gerade vorm Salzburger Schnürlregen unter eine Laube gerettet und beschlossen, dass es Zeit für ein Tröpferl sei, um den Kreislauf wieder in Schwung zu bringen. Ehrfürchtig riechen, schmecken und kosten wir vor allem die Leidenschaft, die es braucht, so einen Weingarten aufzubauen, zu betreiben und Instand zu halten. Unter uns gesagt: Beschreibungen wie "frische knackige Säure" oder „mineralisch“ wären uns nicht in den Sinn gekommen, doch Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden. Die fröhlichen „Weingartenarbeiter“ verabschieden uns dennoch mit einem lustigen Lied. Weit hinter dem mächtigen Tor von Paris Lodron hören wir noch das Prost und sind uns sicher, dass ein Weingarten in dieser Form zu hundert Prozent einzigartig ist.

Auf der Karte

Mit den Öffis erreichbar